Geschichte 🐛🐛 mit Würmern

Nikotin macht Klick im Hirn; was es dir antut, klickt leider nicht. Denn die Einsicht, dass du ohne Zigaretten nicht krank wirst, bleibt abstrakt. Hier folgt daher nichts Abstraktes mehr – ich erzähle dir einfach eine Geschichte. Eine Geschichte mit Würmern.

Artikelbild: Raupe
Lecker?

Motivationsgeschichte mit Würmern – zur Abschreckung 😳

Eine wahre Geschichte aus den Südstaaten

J.R.Ferguson, einem Geschäftsreisenden aus Philadelphia, fiel eines Abends Anfang Mai in einem Vorort von Clarksville, Tennessee im Vorüberfahren eine faltige, kleine Großmutter auf, die so glücklich in ihrem Schaukelstuhl auf der Veranda schaukelte, dass ihm das Herz aufging.
Ferguson hielt spontan an und stieg aus dem Wagen. 👵🏻
„Entschuldigen Sie, ich muss Sie einfach ansprechen. Sie sehen so zufrieden und glücklich aus! Bitte, was ist das Geheimnis Ihres Lebens?“
Die Lady darauf, die warme Brise des Sommerabends im grauen Haar, mit rauchiger Stimme: „Jeden Abend Whiskey, 60 Zigaretten ab Morgens, kein Sport und in der Nacht so viele junge Männer wie möglich – und das seit ich 11 war.“
Jetzt taxiert sie ihn mit einem anzüglichen Lächeln, das mehr will – und mehr verspricht.
„Unglaublich!“, sagt Ferguson, einen Schauder in der Stimme. Er fühlt sich angezogen und abgestoßen; er ist tief beeindruckt. „Und – darf ich Sie fragen, wie alt Sie jetzt sind?“
Die Lady lacht ihn an. Ferguson sieht, wie ihre Zahnstummel in der Abendsonne blitzen, als sie sich auf und ab bewegten. Diese alte Dame wusste wirklich, wie man lebt.
„Natürlich,“ sagte sie und zog zum Beweis ihren Führerschein heraus. „Neununddreißig.“

Was das Rauchen betrifft – die Europäische Union 1, deine Eltern, die Krankenkassen 2, 3, 4, dein Arzt, deine Freundin, die Bundesregierung, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 5 – sie alle informieren, warnen, flehen, erklären, drohen, bitten, bieten dir Hilfestellung an. Aber nichts, nichts, überhaupt nichts ist so überzeugend wie der Suchtklick im Hirn, der körperlich so abhängig macht wie Alkohol und psychisch so abhängig wie Kokain.

Wer darauf nicht verzichten will – oder glaubt, er könne es nicht – 😤 den wird nichts überzeugen.

Sprechen wir also einfach über etwas anderes.

Raucher: Hm! Und über was?
Antwort: Über Würmer.
Raucher: Würmer? Ich bin hier wegen der Motivation
Antwort: Ist in Ordnung. Es gibt positive und negative Motivationen … Ich erzähle dir eine Geschichte.
Eine Geschichte 🐛🐛 mit Würmern.

Stell dir also vor, in deinem Dorf, deiner Stadt wäre es üblich, sich am Kiosk oder im Supermarkt, vielleicht auch in kleinen Fachgeschäften oder Lotterien als Snack eine kleine Kiste oder Tüte mild giftiger Würmer zu besorgen.

Raucher: Würmer. 🤢 Lecker.
Antwort: Oder Raupen, seien wir großzügig. Fische mögen sie, Vögel mögen sie.
Warum nicht wir?

Üblich ist dies: Du zerdrückst sie auf der Zunge, sie platzen auf, du hast den Mund voll von, na Geschmack wollen wir es nicht nennen, bah, leicht säuerlich, bäh, leicht modrig, buh, und runter! damit, gleich den nächsten.

Raucher: Soll heißen, man gewöhnt sich an alles?
Erzähler: Ja. Nein. Doch. Wie immer ist alles viel komplizierter. Leider!

Beim ersten oder zweiten Mal hast du dich noch übergeben, unter dem höhnischen Gelächter deiner Freunde und Nachbarn. Jetzt erst recht, denkst du, ich will ja cool sein. Vom dritten, vierten Mal an aber, tatsächlich, hast du dich schon ein wenig an den bitterbuttrigmodrigen Geschmack gewöhnt, an das Unterdrücken des Würgereizes, an den stechenden Altmännergeruch.

Raucher: Ob das wirklich cool ist …
Erzähler: Tja! Das ist eine andere Frage.

Die Würmer sind beliebt

Jedenfalls, die Würmer sind beliebt. Du bekommst sie in verschiedenen Sorten, in Shops, an der Supermarktkasse, im Wurmautomaten. Einige werden wie Kaugummis beworben, andere exotisch, und dritte versprechen dir Freiheit, Kreativität oder Männlichkeit bzw., je nach Bedarf, auch Weiblichkeit.
Deine Freunde knabbern sie, deine Eltern knabbern sie, und die Freunde deiner Eltern knabbern sie ebenfalls.

Eigentlich – am Anfang fällt es dir noch auf -, eigentlich sind sie übrigens wirklich nicht besonders lecker.
Im Gegenteil. Egal in welcher Variante, die Würmerei ist sogar ziemlich eklig. Ein, zwei Würmer – deine Zunge wird stumpf, du riechst nichts mehr, und wenn dir so der Saft aus den Mundwinkeln läuft und auf der Lippe brennt …

Was für eine Überraschung, nebenbei! In der Werbung sieht das so locker aus. Im Film schnappt sich Humphrey Bogart oder wie seine Urenkel heute heißen, von Michael Fassbender über Shia LaBoeuf bis Christoph Waltz, locker den Wurm, knackt ihn elegant mit dem Eckzahn, und runter damit!
In Wirklichkeit fällt dir immer etwas herunter. Die bräunliche Soße ätzt unappetitliche Flecken in deinen Schal. In einem deiner Mundwinkel sitzt immer ein Rest und trocknet langsam an …
>Raucher: Sehr anschaulich, danke!
Erzähler: Ich bin nur der Überbringer der schlechten Nachricht. Es ist die Wirklichkeit, die nach Würmern riecht!
Aber gut, Austern oder Ziegenkäse, zum Beispiel, sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig …
Raucher: Allerdings. Nur, das hier …!

Die ersten Male, wie gesagt, wirst du noch dunkelgrün im Gesicht. Und du fühlst dich auch so. 🤢 Dein Körper, gesund wie er ist, produziert Husten und Krämpfe und Würgen, er möchte den Giftstoff unbedingt loswerden …
Aber – und das ist das Entscheidende: Du kicherst, du hustest, du lachst und würgst und beherrschst dich, du versuchst es immer wieder, und da haben wir es wieder:
Irgendwie sind die dreckigen kleinen Biester auch cool. 😎

Irgendwie.

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